Presse und Mitteilungen

„Southside“ und „Die Treppe“: Gemeinsam mit Cocktails und Party beim Außenmühlenfest

Harburg. Auch wenn sie beide für Cocktails in Harburg stehen und in direkter Nachbarschaft am Sand liegen, begreifen sich Oliver „Olli“ Klühn vom Southside und Ibrahim „Ibu“ Yüksel von „Die Treppe“ nicht als Konkurrenten. Im Gegenteil: Die beiden wissen, dass man hier im Hamburger Süden zusammenhalten muss. Und deshalb haben die beiden schon öfter etwas zusammen gemacht.

Oliver „Olli“ Klühn (links) vom Southside und Ibrahim „Ibu“ Yüksel von „Die TReppe“ sorgen gemeinsam beim Außenmühlenfest für leckere Cocktails. | Foto: Niels Kreller

Nun bereichern sie beide das Außenmühlenfest vom 10.-13. August. Dort, beim „Kleinen Fest am großen Teich“, werden beide Locations zusammen in der Partyzone für leckere Cocktails sorgen. Auf dem Gelände im Zentrum des Festes lässt es sich gut chillen und genießen. Abends sorgt dann DJ Zoroo mit seinen Beats für Partystimmung und Tanz auf der Freifläche.

© Harburg aktuell, Niels Kreller

175 Jahre Sparkasse – gefeiert wird am 31. Juli am Sand

Harburg. 2018 ist ein besonderes Jahr für die Sparkasse Harburg-Buxtehude: Der Finanzdienstleister feiert sein 175-jähriges Bestehen. Am 31. Juli wird dieses Ereignis im Beratungscenter Harburg groß gefeiert. Johannes Nettekoven, Leiter des Beratungscenters in Harburg, freut sich sehr auf diesen Tag: „175 Jahre Sparkasse – das ist schon ein ganz besonderes Jubiläum. Ohne unsere Kunden wäre das nicht möglich. Und genau deshalb feiern wir mit allen Kunden und interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Region gemeinsam. Unter dem Motto ‚175 Jahre Sparkasse Harburg- Buxtehude – wir feiern vor Ort‘ laden wir alle Interessierten in unser Beratungscenter am Sand 2 ein. Die Menschen in der Region liegen uns am Herzen. Das zeigen wir immer wieder durch die Förderung von Vereinen und Veranstaltungen durch Spenden, Sponsoring und aus Stiftungsmitteln. Wir übernehmen Verantwortung, denn wir sind seit 175 Jahren Ihr kompetenter Partner in allen Finanzangelegenheiten.“

 

Johannes Nettekoven, Leiter des Beratungscenters in Harburg, freut sich sehr auf die Feier. | Foto: ein

Wer in der Zeit von 11 Uhr bis 16 Uhr das Beratungscenter in Harburg besucht, kann sich Currywurst und Pommes zum Jubiläumspreis von 1,75 Euro schmecken lassen. Und auch die kleinen Besucher kommen natürlich nicht zu kurz. Bei einem tollen Wurfspiel gibt es kleine Preise zu gewinnen. Außer einem bunten Programm freuen sich die Mitarbeiter des Beratungscenters Harburg auf viele Gespräche mit Kunden und solchen, die es noch werden möchten. Selbstverständlich können alle Sparkassen-Geschäfte wie gewohnt durchgeführt werden.

Der Grundstein des Erfolgs wurde mit der Gründung der Sparkasse zu Buxtehude im Jahr 1843 gelegt. Seitdem ist die Sparkasse im Süden Hamburgs fest verwurzelt. Menschen im Geschäftsgebiet können sich seit 175 Jahren auf ihren Finanzdienstleister verlassen.

Ausklingen – im wahrsten Sinne des Wortes – werden die Feierlichkeiten des Jubiläumsjahres am 18. Oktober in Buxtehude, dort wo alles begann.

© Harburg aktuell, Wolfgang Gnädig

Wochenmarkt-Legende

Schinken-Heino legt das Messer weg

Lars Hansen


Foto: xl

Heino Allgäuer verkaufte mehr als 32 Jahre Schinken auf dem Harburger Wochenmarkt.

Heino Allgäuer ist eine Legende auf dem Harburger Wochenmarkt. Nach fast 33 Jahren geht der Fleischermeister in den Ruhestand.

Harburg. Ein Urgestein geht, sein Stand bleibt: Am kommenden Sonnabend um 13.30 Uhr schneidet Heino Allgeier die letzte Scheibe Schinken vom Schweinebein. Dann macht er das Messer sauber, übergibt es an seinen Nachfolger und packt sein Wohnmobil. 49 Jahre Berufsleben, davon 32 Jahre und elf Monate auf dem Harburger Wochenmarkt, werden zu einem abgeschlossenen Kapitel. „Schinken-Heino“ geht in den Ruhestand.

„Ich bin 65 Jahre alt und ich habe mir immer gesagt, dass ich dann aufhöre. Das fällt mir natürlich ein wenig leichter, weil ich einen Nachfolger gefunden habe, dem ich zutraue, meinen Stand vernünftig weiterzuführen.“ Denn zwar geht Heino Allgeier in den Ruhestand, „Heinos Schinkenkate“ aber bleibt auf dem Wochenmarkt.

Jens Boltin heißt der neue Mann auf dem Verkaufsanhänger. Schon seit einigen Wochen lässt der Hollenstedter sich von seinem Vorgänger anlernen, damit dieser beruhigt und pünktlich gehen kann. „Fachlich muss ich ihm ja nichts beibringen“, sagt Heino Allgeier, „der Mann ist Fleischermeister, wie ich, und ein guter noch dazu. Mit den Kunden ist Jens noch ein bisschen schüchtern. Aber das wird sich schnell geben, denn privat hat er auch Humor.“

Heino Allgeier gehört zur sogenannten Elstorf-Connection auf dem Harburger Wochenmarkt. Die wird mit seinem Abschied aus dem Arbeitsleben nun erneut ein Stück kleiner, bleibt aber mit Otto Jürgens’ Gemüsestand, dem Schwiedersdorfer „Brotkorb“ und dem Geflügelhof Schönecke stark vertreten.

Dabei ist Allgeier gar kein typischer Elstorfer Name. Ursprünglich kommt der Fleischermeister aus Finkenwerder. Den bayerischen Nachnamen brachte sein Großvater einst nach Norddeutschland mit. „Der ist hier auf der Walz hängengeblieben.“

Auch seine Fleischerlehre absolvierte Heino Allgeier in Finkenwerder, am Nessdeich bei Hinrich Woldmann. Dann aber zog es ihn in die Selbstständigkeit und in die Heide. Auf dem Harburger Wochenmarkt ist er seit dem 8. August 1984 zu finden. Die Qualität seines Schinkens sprach sich dort schnell herum.

Was ist das Geheimnis eines guten Schinkens? „Da gibt es kein großes Geheimnis“, sagt er. „Man muss sein Handwerk verstehen und den Schinken mit Sorgfalt zubereiten. Wir nehmen nur Sauschinken, von Tieren, die schon ein paar Jahre alt sind und mehrmals Nachwuchs hatten. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern macht das Fleisch auch besser, wenn das Schwein ein erfülltes Leben hatte. Außerdem sind die Schinken viel größer als bei Mastschweinen. Der Schinken wird dann liebevoll per Hand trocken eingesalzen und trocknet lange genug. Dann kommt er noch mal mindestens eine Woche in den Rauch. Dann ist das Fleisch auch eine Delikatesse.“

Weil er nur ausgewachsene Tiere verarbeitet, sind die Schinken, die Allgeier scheibenweise verkauft, riesig. „Die haben nach Salz und Rauch noch ein Gewicht von mindestens 20 Kilo“, sagt er. „Die vom Turboschwein wiegen höchstens zwölf Kilo, bevor sie verarbeitet werden.“

Abseits vom Schinkenstand ist Heino Allgeier Ehemann, Vater und Opa. Außerdem ist er seit Jahrzehnten bei der Freiwilligen Feuerwehr Elstorf engagiert. Aus dem aktiven Brandschutzdienst ist er seit mehreren Jahren ausgeschieden. Die Altersgrenze kennt da mittlerweile keine Gnade mehr. „Genug zu tun ist in der Ehrenabteilung aber auch noch“, sagt er. „Angst, mich im Ruhestand zu langweilen, habe ich deshalb nicht.“

Sein Organisationstalent war nicht nur bei der Feuerwehr gefragt: Mehr als zehn Jahre lang war Heino Allgeier Obmann der Marktleute auf dem Sand und hatte es sogar geschafft, Dutzende selbstständige Querköpfe zu einem Markt-Verein zusammenzubekommen, der allerdings bald nach seinem Rückzug aus dem Vorstand wieder auseinanderfiel.

Die Markt-Kunden kennen Heino Allgeier als gesprächig und leutselig. Im Urlaub zieht es ihn allerdings in die Einsamkeit. Besonders gern fahren seine Frau und er mit dem Wohnmobil nach Norwegen. „Wir waren schon bis zum Nordkap“, sagt er.

Die Ruhestandsreise geht auf die Lofoten. Das ist zwar nicht ganz so weit nördlich wie das Nordkap, dafür aber noch abgelegener und immerhin fast auf dem selben Breitengrad, wie Murmansk.

Jens Boltin wird ihn dann nicht so schnell um Rat fragen können, aber er ist zuversichtlich, dass das auch nicht notwendig sein wird. „Ich übernehme ein gut eingeführtes Geschäft und werde es so weiterführen, wie es bislang gut gelaufen ist“, sagt er. „Und wenn ich neue Ideen habe, werde ich sie vorsichtig ausprobieren.“

© Harburg aktuell

 

Ansturm auf dem Wochenmarkt: Der neue Matjes ist da

Kopf in den Nacken und genießen: Mathias und Anuschka Blockhaus zeigen wie es gemacht wird. Zwei Kunden schauen begeistert dabei zu.


Foto: Christian Bittcher

Harburg – Der neue Matjes ist da! Bei Anuschka Blockhaus startet am Dienstagmorgen um kurz nach 9 Uhr der Verkauf der ersten Filets an der Holländischen

Matjeskarre. Und für diese Spezialität lohnt sich auch der weiteste Weg auf dem Harburger Wochenmarkt: Die erste Kundin, die sich die allerersten Filets sicherte, kam extra mit dem Metronom aus Ashausen bei Stelle auf den Sand.

„Wir bekommen heute Abend Besuch von zwei guten Freunden und da feiern wir den Beginn der Matjes-Saison mit einem klassischen Matjes-Gericht“, verriet Wiebke Heidorn harburg-aktuell. Und: „Zu den Filets werde ich Speckstippe und Pellkartoffeln servieren.

Die Nachricht, das der erste Matjes da ist, verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Schnell bildete sich eine lange Schlange vor der Matjeskarre. Einige Kunden warteten bereits darauf, das das erste Fass geöffnet wurde. Lange Wartezeiten gab es für die Kunden trotzdem nicht, denn Anuschka und Mathias Blockhaus sind ein eingespieltes Team: Mit geübten Handgriffen und einem neuen superscharfen Messer entstanden immer wieder neue Filets vor den Augen der Kunden.

Natürlich konnten sich die Kunden direkt vor Ort von der Qualität überzeugen und Probierstückchen genießen: „Der schmeckt sehr lecker: Zart, mild, angenehm – einfach nach Meer“, lautete das Urteil von Kundin Petra Alvermann aus Harburg.

Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert: Der ganze Matjes kostet 1,60 Euro, das Filet ist für 1,10 Euro zu haben. Die Matjessaison dauert noch bis etwa Ende August. Und so lange wird die Spezialität an der Holländischen Matjeskarre verkauft, wie die Gourmets und Matjesliebhaber sie lieben: Super frisch und von Hand filetiert.  (cb)

 

 

 

Die erste Kundin an der Matjeskarre: Wiebke Heidorn aus Ashausen.
Foto: Christian Bittcher

© Harburg aktuell

Harburg

Die „Treppe“ hat jetzt einen Biergarten

Lars Hansen


Foto: Lars Hansen/xl

Ibo Yüksel hatte am Dienstag schon mal zur Probe aufgebaut. Freitag geht es los. Cocktail-Champion Ibo Yüksel wandelt täglich einen Teil der Marktfläche zur Außengastronomie um.

Harburg.  Da staunten Innenstadtbummler am Dienstagabend nicht schlecht: Auf einmal standen ein gutes Dutzend weißer Tische und doppelt so viele Sitzbänke am Sand neben der Markt- und Parkfläche. Mutige, die sich setzten, um zu sehen, was passiert, wurden alsbald von einem Kellner angesprochen. Die Cocktailbar „Die Treppe“ die erst vor einigen Monaten in der Höler­twiete am Aufgang zur Galerie eröffnete erweitert sich um einen Biergarten.

Dienstag war Probeaufbau, am Freitag um 17 Uhr wird der Biergarten offiziell eröffnet. „Natürlich haben wir auch am Dienstag niemanden nach Hause geschickt, der durstig war“, sagt Ibrahim „Ibo“ Yüksel, Inhaber der „Treppe“, „aber so richtig loslegen können wir erst Freitag. Ab dann gilt meine Genehmigung.“

Den ganzen Sommer lang will Ibo Yüksel seinen Biergarten betreiben: „Ende September ist mit dem Außenbetrieb Schluss, dann konzentrieren wir uns wieder auf das Geschäft in der Bar selbst.

Innerhalb nur weniger Monate seit seiner Eröffnung wird Ibo Yüksels Betrieb damit zum Job-Motor: Yüksel verdoppelt die Zahl seiner Service-Mitarbeiter auf vier. „Außerdem sieht es so aus, als würde ich noch jemanden brauchen, der beim Aufbau und beim Abbau hilft“, sagt er.

Seine Bedienungen werden vom Tresen in der Bar auf der Galerie zum Biergarten auf der Marktfläche viel laufen und Treppen steigen müssen. und auch die Tresenkraft wird deutlich mehr zu tun bekommen.. „Deshalb wollen wir draußen schwerpunktmäßig Bier anbieten und wünschen uns, dass die Cocktailkunden nach oben kommen.“, sagt Yüksel, „aber wirklich steuern kann man das nicht.“

Vor allem nicht, wenn man einen Super-Sommerdrink erfunden hat: den Melon Daiquiri: Minimelone mit Minze, Melonenmark und einem geistreichen Geheimnis.. Immerhin hat Ibo Yüksel schon bei mehreren Mixermeisterschaften vordere Plätze belegt.

Als echter Drink-Enthusiast setzt er auch beim Bier auf das Besondere. „Ich Zapfe ein Lagerbier aus der Bayreuther Brauerei“, sagt er. „Lager vom Fass ist in Harburg noch sehr selten. Gerade jetzt, wo es so heiß ist, finde ich es aber süffiger, als Pils..“

Von montags bis sonnabends soll der Biergarten von 17 bis 23 Uhr geöffnet sein. Sonntags von 12 – 20 Uhr. „Dann mit Kaffee und Kuchen“, sagt Jobmotor Ibrahim Yüksel.

( xl )

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Harburg

Harburgs Traditions-Galerie Lehmann gibt auf

Hanna Kastendieck

Das Harburger Traditionsgeschäft schließt nach 35 Jahren für immer seine Türen. Bis Mitte Juni läuft der Abverkauf.

Harburg.  Sie hatten es noch einmal mit aller Kraft versucht: neu durchzustarten, an anderem Standort, mit orangefarbener Leuchtschrift, großen Schaufensterflächen und 160 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Das war 2013, als Monika, Heinz-Michael und Alexander Lehmann ihr Ladengeschäft aus Kostengründen vom Harburger Ring verlegten. Doch der Versuch ist gescheitert, die Kunden blieben aus. Jetzt ist endgültig Schluss. Die Galerie Lehmann, eines der Traditionsgeschäfte in der Harburger Innenstadt, wird zum 30. Juni schließen. Bis Mitte des Monats läuft der Abverkauf mit extrem verbilligten Angeboten. Dann wird das Ladenmobilar abgebaut.

„Wir bedauern diesen Schritt sehr“, sagt Galerist Alexander Lehmann. „Aber es macht keinen Sinn mehr. Seit drei Jahren läuft das Geschäft nicht mehr kostendeckend. Jetzt müssen wir einen Schlussstrich ziehen.“ Lehmann macht vor allem das veränderte Kaufverhalten sowie den Kulturwandel im Quartier für die Entwicklung verantwortlich. „Die meisten Menschen kaufen Grafiken und Kunstdrucke heute über das Internet“, sagt der 53-Jährige. Kaum noch einer besuche ein Ladengeschäft. Hinzu komme, dass sich das Umfeld in Harburg verändert habe. „Immer mehr hochwertige Geschäfte haben in den vergangenen Jahren aufgegeben“, so Lehmann. „Folglich gibt es auch keine Laufkundschaft mehr für unser Angebot.“

Bis zuletzt hat Alexander Lehmann, der seit 2001 in der Galerie tätig ist, versucht, das Ruder doch noch rumzureißen. „Ich habe Malkurse angeboten, zu Ausstellungen eingeladen, Preise gesenkt, doch all das hat nicht geholfen“, sagt er. Die Nachfrage sei einfach nicht da gewesen. „Die Menschen geben weniger Geld für Kunst aus“, sagt Heinz-Michael Lehmann, der die Galerie 1983 mit Ehefrau Monika am Lüneburger Tor gegründet hatte. Es habe Zeiten gegeben, da seien 500 Gäste zu den Ausstellungen zeitgenössischer Künstler in die Galerie gekommen. Es waren gute Jahre. Jahre, in denen die Galerie, die mehr als 50 Künstler im Bestand hat, nicht nur viele Originale verkauft, sondern anschließend auch gerahmt hat. „Bei Bilderrahmen von hoher Qualität waren wir nicht teurer als die Baumärkte“, sagt Alexander Lehmann.

Eine der bedeutendsten Künstlerinnen wusste das Handwerk der Galerie Lehmann zu schätzen: die Rönneburger Malerin Hanne Darboven (1941-2009) ließ ihre Kunst dort rahmen und war damit die größte Kundin für diese Dienstleistung. „Jede Woche hat sie auf der Matte gestanden“, erinnert sich Heinz-Michael Lehmann. Auch ihre privaten Sachen wie der Jahreskalender der Künstlerin wurden von Lehmann gerahmt. „Heute macht das eigentliche Kerngeschäft eines Galeristen, nämlich Künstler zu besuchen, Bilder auszuwählen und für die Kunden zu präsentieren, keinen Spaß mehr, weil sich der Künstler nicht verkauft“, sagt Alexander Lehmann. „Umsatz konnten wir nur noch mit der Rahmung machen.“

Doch auch damit ist jetzt Schluss. Sehr zum Bedauern der Kunden. „Ich habe bei Lehmanns viele meiner Bilder gekauft“, sagt Kundin Christa Stelck. Sie ist aus Hittfeld nach Harburg gefahren, um die Gemälde jetzt ein letztes Mal in der Galerie neu rahmen zu lassen, bevor diese schließt. „Früher war ich häufig zum Einkaufen in der Harburger Innenstadt“, sagt sie. „Aber heute gibt es hier keine schönen Läden mehr.“

Mit der Galerie Lehmann schließt ein weiteres Traditionsgeschäft im Zentrum der Stadt. Erst im November vergangenen Jahres musste das Fahrradgeschäft Eickhoff an der Wilstorfer Straße nach 109 Jahren aufgeben. Auch hier spielte das veränderte Kaufverhalten der Kunden eine wesentliche Rolle. Sobottka, Alster-Photo, Feuerhahn, Sander, Morgener – alles Vergangenheit.

„Die meisten Veränderungen hat es in der Lüneburger Straße gegeben“, sagt Citymanagerin Melanie-Gitte Lansmann. Zwar sei die Frequentierung der Fußgängerzone nach wie vor hoch, aber das Angebot und die Zielgruppe hätten sich verändert. „Leider haben wir hier nur wenig Gestaltungsmöglichkeiten“, sagt Melanie Gitte-Lansmann. Letztendlich geht es den Eigentümern vor allem darum, die Ladenflächen zu vermieten.“ Anders als in der „Lü“ sehe es in der Höhlertwiete und rund um den Sand aus. „Dort gibt es einen gesunden Mix aus inhabergeführten Geschäften, Filialisten und Marktbeschickern.“

Für Galerist Alexander Lehmann wird nun eine völlig neue Epoche anbrechen. Der gelernte Erzieher ist derzeit auf Jobsuche, hofft, eine Anstellung in einer kunstorientierten Kita zu finden. Doch bis dahin hat er noch viel zu tun. Denn jetzt, da es im Rahmen des Abverkaufs Rabatte von 50 Prozent und mehr auf den Verkaufspreis von Gemälden, Grafiken und Kunstdrucken gibt, geben sich die Kunden die Klinke in die Hand.

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Harburg

Info-Shop hat jetzt Harburg-Pralinen im Angebot

Lutz Kastendieck

City-Management stimmt mit der neuen Leckerei bereits aufs bevorstehende Osterfest ein

Harburg. Das Citymanagement hat die zahlreichen Besucher des ersten verkaufsoffenen Sonntags in diesem Jahr bereits auf das Osterfest eingestimmt. Am Rande des Aktionstags unter dem Motto „Fit in den Frühling“ wurden im Info-Shop in der Hölertwiete 6 erstmals „Harburg-Pralinen“ angeboten.

„Die Idee schwirrte uns schon lange im Kopf herum. Jetzt haben wir sie endlich umgesetzt“, sagte Citymanagerin Melanie-Gitte Lansmann. Kreiert hat die neue Leckerei Konditormeister Dierk Eisenschmidt. Zu den Ingredienzen gehören Trüffel, hochwertige Schokolade und Sahne. Gekrönt werden die Pralinen durch das Harburger Wappen. Das Shop-Team ist sich zumindest schon mal einig. Das einhellige Urteil: „Total lecker!“ Die Pralinen kosten im Vierer-Pack 4,50 Euro.

Ebenfalls neu im Angebot sind „Rost-Anker“. Die handgefertigten Unikate hat Hafenkistenmanagerin Uschi Tisson für den Shop entdeckt und nach Harburg geholt. „Die Rost-Anker passen hervorragend zum Projekt ,Harburg ahoi! Die Hafenkiste‘. Sie unterstreichen den maritimen Charme Harburgs und seines Binnenhafens und liegen ohnehin total im Trend“, so Tisson. Die Anker sind in drei Größen und Ausführungen ab 18 Euro zu haben.

Im Oktober 2017 hatte das Citymanagement gemeinsam mit dem BID Sand-Hölertwiete die neuen Räume in der Hölertwiete 6 bezogen. „Wir bieten ausgewählte Produkte aus der Region an“, sagt Lansmann. Alle Artikel seien handwerklich hergestellt worden, so etwa Fotokarten, Schmuckanhänger und hochwertig gefilzte Figuren.

( luka )

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Harburg räumt auf: 20 Säcke Müll in der City gesammelt

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit Greifern, Müllsäcken und Handschuhen machten Freiwillige in Harburg „Klar Schiff!“

Harburg – Der Frühling kann kommen: Harburgs City glänzt wieder! Mit Greifern, Müllsäcken und Handschuhen folgten 20 freiwillige Helfer am Freitag Nachmittag

der Einladung des Harburger Citymanagements, um in Harburg „Klar Schiff!“ zu machen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: 20 Säcke Müll, die im Rahmen der Aktion  „Hamburg räumt auf“ von der Stadtreinigung abgeholt werden, wurden in der City von den Helfern eingesammelt.

Dabei ist es immer wieder erstaunlich, was sich so alles in den Schmuddelecken von Harburg ansammelt. Außer vielen Flaschen, Unrat und Verpackungen wurden in diesem Jahr auch viele Kuriositäten, wie Schuhe und Sandalen, drei volle Bierflaschen, Ein Glas Backpulver und der Becher einer Thermoskanne gefunden. „Wir sind mit der Ausbeute und der Beteiligung an der Aktion sehr zufrieden“, sagte Citymanagerin Melanie-Gitte Lansmann gegenüber Harburg-aktuell.

Als Belohnung gab es im Anschluss eine willkommene Stärkung: Andrea und Frank Detlefsen vom Fischgeschäft Mimi Kirchner spendierten deftige Fischbrötchen und Getränke, die sich die Helfer schmecken ließen.

Wer jetzt Lust bekommen hat, ebenfalls für ein sauberes Harburg zu sorgen: Am Sonnabend, 24. März, sammelt der CDU-Ortsverband Harburg Mitte Müll in Harburg. Treffpunkt ist um 13 Uhr vor dem Harburger Rathaus. Jede helfende Hand ist willkommen.  (cb)

Olaf Gerigk (links) und Johannes Nettekoven von der Sparkasse Harburg-Buxtehude gingen gemeinsam mit Heide Bergmann von der Harburg-Info auf Müll-Jagd.

Fotos: Christian Bittcher

Harburger Sand

Auch der „Schillerplatz“ wird saniert

Lars Hansen

Der Taxistand soll in den neu gestalteten Platz integriert werden.

Für die Mitsanierung der Sand-Ost-Fläche hat der Bezirk Geld gefunden – und einen Lösung für die Taxis.

Harburg.  „Sand 1 bis 11“ ist die offizielle Adresse der Fläche. Nur weil das niemandem etwas sagt, heißt sie auch „Schillerplatz“ nach der dort stehenden Dichterbüste, „zwischen den Sparkassen“ oder ganz profan „bei den alten Klos“, „vor der Commerzbank“ oder „bei den Taxis“. Bei der Sanierung der Marktfläche und der Hölertwiete hatte ausgerechnet diese große Fläche ausgeklammert bleiben sollen. Doch das ist nun offensichtlich Schnee von gestern. In den neuesten Plänen gehört der Platz zur Sanierungsfläche.

Ursprünglich fehlte das Geld, den Platz neu zu gestalten und bei einer Sanierung des Gesamtareals hätte auch der Taxistand am Sand weichen müssen. Dagegen hatte der Taxenverband schon Widerstand angekündigt. Noch in der Schlussverschickung der Markt-Sanierungspläne hatte es deshalb geheißen, dass am Schillerplatz fast alles bleibt, wie es ist. Nur die 30 cm breiten Klinkerstreifen zwischen den Gehwegplatten sollten im neuen Marktplatzmuster neu gepflastert und die Fahrradständer angeglichen werden.

Kaum war die Drucksache verschickt, fand sich aber doch Geld für den Schillerplatz und ein Kompromiss mit den Taxiunternehmen. Deswegen ist die „Schlussverschickung“ noch nicht endgültig, sondern wird derzeit um die Pläne für den Platz erweitert.

200.000 Euro hatte der stellvertretende Bezirksamtsleiter Dierk Trispel aus dem „Rahmenprogramm integrierte Stadtteilentwicklung“ für den Platz reservieren können. Das hatte er beiläufig im Hauptausschuss der Bezirksversammlung Anfang Februar bemerkt – einen Tag, bevor die Marktsanierung auf der Tagesordnung des Regionalausschuss‘ Harburg stand. Fachamtsleiter Gerrald Boekhoff hatte bis zum Regionalausschuss noch keine Zeit, dies zu berücksichtigen.

Mittlerweile wird aber immer klarer, wie der Schillerplatz werden soll: „Wir haben jetzt die Möglichkeit, den Boden auf dieser Fläche mit demselben Klinker im Fischgrätmuster zu pflastern, wie den Marktplatz und die Hölertwiete“, freut sich Baudezernent Jörg Heinrich Penner. „Auch die Fahrradbügel könnten wir in der Gestaltung angleichen. Den Taxistand wollen wir mittlerweile nicht mehr verlegen. Allerdings müssen wir ihn verändern, denn durch die Neugestaltung der Stichstraße am Markt verliert die Zufahrt zum Taxistand an Breite. Das heißt, die Taxen werden hier nicht mehr in zwei Reihen stehen können. Dadurch gehen circa drei Plätze verloren. Manchmal frage ich mich aber auch, ob der Stand da so nötig ist.“

Für Ralf Machalitza, Geschäftsführer der Funktaxenruf Harburg GmbH, ist das überhaupt keine Frage: „Der Taxenstand am Sand ist deshalb sehr wichtig, weil er einer der wenigen mit und für Laufkundschaft ist“, erklärt er, „tagsüber sind es Marktkunden und Geschäftsleute, abends Fahrgäste aus der Innenstadtgastronomie.“

Dass man dort manchmal kein Taxi sieht, sei eher ein Zeichen dafür, dass der Stand intensiv genutzt wird. Dann wären nämlich viele Wagen von dort aus unterwegs.

Die Pläne für die Neugestaltung sind noch nicht bis ins Detail ausgefeilt. „Grob kann man aber schon einmal sagen, dass wir den Taxistand optisch in die Fläche integrieren werden“, sagt Baudezernent Penner. „Das bedeutet dann, dass es für die Taxen keine abgesenkte Fahrbahn und keinen Bordstein mehr geben wird. Ich glaube allerdings, dass das kein Nachteil ist, sondern zum Beispiel älteren Fahrgästen das Einsteigen erleichtert.“

Ralf Machalitza kann mit der Kompromisslösung leben: „Wir verlieren dort ein paar Plätze, aber das können wir verkraften“, sagt er, „aber würde der Platz gestrichen werden, würde sich das gesamte Taxigewerbe mit Händen und Füßen wehren. Es ist ja nicht nur der Harburger Funk, der diesen Stand nutzt.“

Außer dem Taxistand wird auch die ehemalige Toilettenanlage umgebaut. Der oberirdische Teil wird abgerissen, die Niedergänge und die unterirdischen Toilettenräume verfüllt. „Wahrscheinlich werden wir Magerbeton hineinpumpen“, sagt Jörg Heinrich Penner. „Die Erfahrungen beim Verfüllen mit Kies haben gezeigt, dass sich dieser mit der Zeit setzt und es zu Nachsackungen kommen kann.“

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.

Neue Markt-Toilette eröffnet: Schluss mit Gratis-Pinkeln

Behindertengereicht mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer und einem Toiletten-Mann, der sich um die Ordnung kümmert: Vor wenigen Tagen wurde die neue Markt-Toilette der Stadtreinigung Hamburg geöffnet.

Foto: Christian Bittcher

Harburg – Bereits im Januar sorgte der neue Toilettenwagen auf dem Harburger Sand für Wirbel. Der Grund: Vier Parkplätze an der Westseite des Marktplatzes

fielen der neuen Markt-Toilette zum Opfer. Der neue Toilettenwagen ersetzt das Provisorium auf dem Marktplatz, das wiederum die vor einem Jahr aus Sicherheitsgründen – unter anderem drohten Deckenplatten herunter zu stürzen – geschlossene Markttoilette unterhalb der alten Blumenmarkt-Fläche ersetzte.

Vor wenigen Tagen wurde die neue Markttoilette der Stadtreinigung Hamburg geöffnet. Behindertengereicht mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer und einem Toiletten-Mann, der sich um die Ordnung kümmert. Allerdings ist jetzt auch Schluss mit der Gratis-Nutzung, wie sie beim vorigen Wagen der Stadtreinigung möglich war: Jedes Geschäft kostet jetzt 50 Cent.

Warum das so ist, beantwortete Andree Möller, zuständig für die Kommunikation und Innovation bei der Stadtreinigung Hamburg auf Anfrage von Harburg-aktuell: „Mit den 50 Cent für jedes „Geschäft“ haben wir lediglich den Zustand von vor der Sperrung der alten Markttoilette wieder hergestellt. Damals musste auch bezahlt werden.“

Übrigens ist auch diese neue Toilette auf dem Parkplatz wieder nur ein Provisorium: Nach der Fertigstellung des neuen Gebäudes auf der ehemaligen „Bolero-Fläche“ werden die öffentlichen Toiletten dort untergebracht.
© Harburg aktuell (cb)

Cocktail-Profi mixt in der „Treppe“

 

Ibo Yüksel will am Sonntag norddeutscher Meister werden

Ibo Yüksel eröffnet erste eigene Bar am Sand. Am Sonntag will er mit seinen Rezepten Norddeutscher Meister werden.

Harburg.  Hamburger Kümmel ist keine Spirituose, die sich Lieschen Müller als Zutat in einem Cocktail vorstellen könnte. Ibrahim „Ibo“ Yüksel kippt den Kümmel unbekümmert in den Shaker. Dazu: Rote-Bete-Saft und diverse Geheimzutaten aus kleinen unbeschrifteten Flaschen, deren Inhalt nur Ibo kennt. Ibo Yüksel ist der Chef in der neuen Harburger Cocktail-Bar „Die Treppe“ oberhalb des Marktplatzes am Sand. Und er ist kein Unbekannter: Noch ist er Norddeutscher Vizemeister der Bartender. Am Sonntag will er sich im mecklenburgischen Fleesensee den Titel für das Jahr 2018 holen.

Es rattert vernehmlich, als Yüksel den Shaker bewegt. Dann gießt er ihn ab. Die altrosafarbene Flüssigkeit verteilt sich um die Eiswürfel. Was auffällt: Die Eiswürfel knacken nicht. Sie sind einige Grad kälter, als die die man aus einem Haushaltskühlschrank holt. „Der Drink soll ja nur gekühlt werden und nicht mit Schmelzwasser verdünnt sein“, sagt Yüksel „Deshalb kühlen wir auch die Gläser vor.“

Über die Flüssigkeit kommt jetzt noch eine großzügige Lage Kokos-Chips. Fertig ist der „Moin Moin“. Es ist Ibo Yüksels „Signature Drink“ die Eigenkreation eines Bartenders, die seinen Stil verrät und die ihm so schnell so gut keiner nachmacht. Mit dem „Moin Moin“ ist Ibo Yüksel 2017 Norddeutscher Vizemeister der Bartender geworden. Für Sonntag hat er einen neuen Drink kreiert – den „Fluch der Karibik“

„Es ist wichtig, dass man mit einem Drink eine Geschichte vermitteln und Assoziationen wecken kann“, sagt Barmeister Yüksel. „Beim Fluch der Karibik werden alle Zutaten karibischen Ursprung haben. Eine Schatzkarte wird die genauen Herkunftsgebiete der Zutaten angeben. Und die Präsentation wird sich auch am Film orientieren.“ Ibo Yüksel begann seine Gastronomielaufbahn vor 14 Jahren in der Harburger Lämmertwiete. Als 18-jähriger jobbte er am Tresen des Caspari. „Da habe ich Blut geleckt“, sagt er.

Yüksel blieb zunächst in Harburg, wechselte ins „Oktober“. Als Teil einer Gastrokette bot das Lokal Fortbildungen und Ausbildungsplätze. Der Jobber Ibo Yüksel wurde so zum Restaurantfachmann. Es folgten neun Jahre in der „Not Bar“ am Alsterfleet und eine Zeit als Betriebsleiter im „Grill and Green“. In der Zwischenzeit hatte Yüksel an der Barschule Rostock den Kurs zum IHK-geprüften Barmeister absolviert. Den Kurs bei Kreuzfahrer-Barlegende Uwe Voigt schließen nicht alle Teilnehmer erfolgreich ab, obwohl Ausbildung und Berufserfahrung Voraussetzung sind. Ibo Yüksel bestand mit der Note 1.

Seit Januar ist Ibo Yüksel sein eigener Chef. Seine Bar „Die Treppe“ liegt genau da: An der Treppe vom Sand zur Galerie. Bis Oktober befand sich dort die Marktkneipe „Kerns Stübchen“. Zwei Monate baute Ibo Yüksel die Gaststätte um. Die Brauereimöbel sind raus, in der Bar wurde Platz geschaffen. Hinter dem Tresen trägt ein Geflecht aus Zinkrohren die Regalbrettern, so dass sich ein Treppenmuster ergibt. Zwischen den Flaschen stehen Apparaturen zum Herstellen von Essenzen und Pressen von Säften. „Craft Cocktails“ nennt sich der Trend, Getränke mit einem möglichst hohen Anteil an selbst hergestellten Zutaten zu mischen. In einem Reifetank arbeitet derzeit ein eigener Gin der „Treppe“ an seinen Geschmacksnuancen. „Sand 25“ wird er heißen, nach der Adresse der „Treppe“. „Die Geschmacksnoten sind Zitrusfrüchte, Tang und Algen“, sagt Ibo Yüksel.

Mit der „Treppe“ hat Ibo Yüksel noch viel vor. „Es geht schon los, dass sich bei mir die Bedienungen aus den anderen Bars und Kneipen zum Feierabenddrink treffen, weil wir solange auf haben. Daraus will ich einen Gastronomiestammtisch aufbauen Außerdem kann man meine Bar für Partys mieten und ich denke über einen Studentenabend mit guten aber günstigen, einfachen Drinks nach.“

In Gastro-Portalen wird die „Treppe“ schon hoch gelobt Vor allem ungewöhnliche Kreationen wie Whisky Sour auf Popcorn oder Drinks mit Erdnussbutter als Zutat begeistern die Blogger. Oder eben der „Moin Moin“.

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Foto: Lars Hansen / xl

Sand und Seevepassage

Peripherie der Harburger City soll verschönert werden

Lars Hansen

 

Treppen und ein Kiosk am Seevekanal – eine Idee des Büros Annabau

Sand und Seevepassage werden neu gestaltet. Am Sand kann es demnächst losgehen, die Seevepassage geht in die Feinplanung.

Harburg.  Ein hell erleuchtetes „Mauseloch“, Sitzplätze am Seevekanal, Steckdosen, die man aus dem Boden ziehen kann, Sperrpoller, die im selben Boden verschwinden – Harburgs Kommunalpolitiker hörten am Mittwochabend im Harburger Regionalausschuss viele Visionen für die nahe Zukunft von Sand und Seevepassage – den beiden Enden der Harburger Innenstadt.

Zukunftsmusik werden die Visionen nicht bleiben: Die Neugestaltung der Harburger Marktfläche und ihres städtischen Umfelds beginnt in diesem Jahr. Die Harburger Bezirkspolitiker nickten die endgültig letzte Planversion im Ausschuss ab. Die Übernahme des Ausschussbeschlusses durch die Bezirksversammlung am 27. Januar ist eine Formalie. Dann können die Arbeiten ausgeschrieben werden und im Herbst beginnen.

Von diesem Stadium ist man bei der Seevepassage noch ein gutes Jahr entfernt, aber man arbeitet darauf hin: Die Planentwürfe des Berliner Büros „Annabau“, das den Gestaltungswettbewerb gewann, wurden gestern noch einmal im Regionalausschuss vorgestellt und müssen nun den Schritt von Entwürfen zu genehmigungsfähigen Plänen vollziehen, die dann in einem mehrstufigen Verfahren noch einmal mit allen Betroffenen – Anliegern, Leitungsträgern, Behörden und Kommunalpolitik – abgestimmt werden. Erst, wenn alle Bedenken verworfen und alle Konflikte gelöst sind, kann der Plan beschlossen und umgesetzt werden.

So stellt sich das Büro Annabau den Durchgang von der Seevepassage zum Phoenix-Center vor

 

Der Sand und die Hölertwiete sollen ein neues Pflaster erhalten: Fischgrätklinker mit hellgrauen Sicht- und Tastelementen für Blinde und stark Seheingeschränkte bilden das Grunddesign. Auf dem Marktplatz selbst sollen so genannte „Elektranten“ die Marktstände mit Strom versorgen: Steckdosenpfähle, die sich beim Marktaufbau aus dem Boden ziehen lassen und nach Marktende wieder im Boden verschwinden.

Die derzeitige Stromversorgung mit langen Kabelwegen zum Teil auch über die Laufwege der Kunden hinweg, wurde von vielen Händlern als unzureichend empfunden. Die Stichstraße zwischen Sand und Hölertwiete soll dabei für den Park-und den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Drei Kfz- Stellplätze – ein Gehbehindertenparkplatz und zwei E-Auto-Ladeplätze – werden dadurch entfallen. Sie werden auf die Nordseite es Sand verlegt. Dort fallen durch Umbau der Fußgängerüberwege noch einmal drei Parkplätze weg.

Trost für Autofahrer: Nach dem Umbau der Marktfläche darf dort nachmittags weiter geparkt werden. Die Absperrung der Stichstraße soll mit automatisch absenkbaren Pollern erfolgen. „Diese sind mittlerweile weltweit erprobt“, sagte Gerrald Boekhoff, oberster Tiefbauer des Bezirks. Dass die Ausschussvorsitzende Isabel Wiest ihm nicht widersprach, erstaunt: Im Fall der Radickestraße, wo solche Poller Busdurchfahrten ermöglichen sollen, bezweifelte sie deren Zuverlässigkeit zuletzt lautstark.

Architekt Moritz Schloten von „Annabau“ erläuteret die Pläne für die Seevepassage. Im wesentlichen soll die Fußgängerstraße einheitlicher, übersichtlicher, sauberer und aufgeräumter erscheinen. Ein großer Umbau ist dafür nicht vorgesehen, höchstens der Abbau von Elementen oder ihre Verschönerung. „Wir können uns zum Beispiel vorstellen einen Teil der Betongalerie abzubauen“, sagte Schloten. Die ganze Galerie abzubauen geht nicht, auch wenn es vielleicht ästhetisch wünschenswert wäre, weil die Galerie teilweise Rettungsweg ist oder andere Funktionen erfüllt.“

Vor allem die Zugänge will Schloten aufwerten: Das so genannte „Mauseloch“ zwischen Moorstraße und Seevepassage erhält eine beleuchtete Decke, der Niedergang zum Gloriatunnel soll auf ganzer Breite übersichtlicher werden, ohne Pflanzkübel, aber mit Erhalt der Kunstwerke. Am Ufer des Seevekanals soll eine Sitztreppe zum Verweilen unter dem Verkehr einladen.

Einen ursprünglich dort angedachten Kiosk verwarfen die Planer zugunsten der Übersichtlichkeit. Ein Strichcode aus Farben soll der Passage eine eigene Identität verleihen. Eines der spektakulärsten Elemente des Plans bleibt aber zunächst Spekulation: Eine große Freitreppe am neuen Harburg-Center müsste vom neuen Gebäude-Investor gebaut werden. Der hat allerdings bislang noch nicht einmal einen Abrissantrag für das alte Gebäude gestellt.

Auch der „Schillerplatz“ wird neu gemacht

Ausgenommen von den Planungen zur Neugestaltung der Marktfläche und ihres Umfeldes waren bislang zwei Flächen im direkten Anschluss: Das kleine Stück neben dem „Bolero“-Gebäude wartet auf die endgültigen Pläne für den Neubau des Hauses. Die zweite Fläche ist der Sand zwischen Markt und Schlossmühlendamm, wegen der Breite des Gehwegs und des Schillerdenkmals auch „Schillerplatz“ genannt.

Eine unterirdische Toilettenruine und Unklarheit über den Verbleib des Taxistandes klammerten die Fläche aus. Bezirksamtschef Dierk Trispel hat nun allerdings zumindest das Geld für die Neugestaltung des Platzes eingeworben.

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Fotos: Thomas Sulzyc / HA

 

Auch in diesem Jahr können sich die Besucher des Harburger Wochenmarktes, dem ältesten Hamburgs, wieder auf einen Leckerbissen freuen: am Samstag, den 07.10.2017 von 10 – 15 Uhr wird am Sand das traditionelle Marktfest gefeiert. Das Marktfest ist eine Kooperation der Markthändler sowie dem BID Sand-Hölertwiete.

Unter dem Motto „Harburg kocht“ wurde ein buntes Programm zusammengestellt, das nicht nur jeden Hobbykoch begeistert: Neben einer kulinarischen Angebotsvielfalt bieten die Marktstände besondere Aktionen und kleine Verköstigungen an. Die Regionalität der Produkte steht dabei wie immer im Vordergrund. Und auch die jungen Gäste kommen voll auf ihre Kosten – es wird ein buntes Kinderprogramm mit u.a. Kinderschminken angeboten.

Heiß her geht es schließlich während der Live Kochvorführungen durch die Helms Lounge. Hierbei präsentieren die ortsansässigen Gastronomen leckere Gerichte, die anschließend von den Besucher gekostet werden können.

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist das Kochbuch zum Marktfest. Zusammen mit den Markthändlern hat das BID Sand-Hölertwiete viele tolle Rezepte zusammengetragen, die zum Nachkochen einladen. Das Kochbuch kann direkt vor Ort erworben werden.

Neben den Markthändlern sind auch das BID Sand-Hölertwiete sowie RISE auf dem Marktfest vertreten. Gerne können sich alle Interessierten über beide Projekte an einem gemeinsamen Stand informieren. Das BID Sand-Hölertwiete und RISE halten zudem eine weitere Überraschung bereit. Diese soll direkt vor Ort enthüllt werden.

Das Citymanagement zieht um

Harburg – Das Citymanagement verlässt das etwas versteckte Büro an der Lüneburger Straße und zieht in das zuletzt vom in den Binnenhafen umgezogenen Makler Engels & Völkers als Büro genutzte Ladengeschäft in der Hölertwiete. Dort soll auch eine „Harburg Info“ im vorderen etabliert werden, wo man Material zum Standort Harburg bekommen kann. Im hinteren Bereich wird das Büro für das Citymanagement und das BID-Sand zu finden sein. Damit schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe. „Wir sind als Aufgabenträger des BID Sand-Hölertwiete damit direkt vor Ort und können die Umbaumaßnahmen begleiten“, sagt Citymanagerin Gitte Lansmann. Bernd Meyer, Vorstandsvorsitzender des Citymanagement, verweist auf die bessere Erreichbarkeit und Sichtbarkeit sowie den barrierefreien Zugang. Angemietet sind die neuen Räume zum 1. Oktober. Ab dann wird das Citymanagment dort zu erreichen sein.

Foto: Katharina Sinnigen (BID Sand-Hölertwiete), Melanie-Gitte Lansmann (Citymanagerin Harburg), Christine Sülau (Citymanagement Harburg), Milena Chiodi (Citymanagement Harburg) und Bernd Meyer (Vorstandsvorsitzender Citymanagement Harburg) vor dem zukünftigen Büro.

 

Internationale Wochenmarktkampagne „Erlebe Deinen Markt“ Harburger Wochenmarkt ist dabei!

Der Harburger Wochenmarkt am Sand wird Teil der britischen Initiative „Erlebe Deinen Markt“! Die Idee: Jedes Jahr soll ein Event stattfinden, der das einzigartige Shopping-Erlebnis der Märkte hervorhebt. Unter dem Motto „Generation Frische“ soll der Wochenmarkt ab dem 17. Mai 2017 besonders Jugendliche und junge Familien begeistern.

©Citymanagement Harburg e.V.
Die Feierlichkeiten unter dem Motto „Erlebe Deinen Markt“ am Sand beginnen

Seit hunderten von Jahren sind sie ein fester Bestandteil unserer Städte und Dörfer: Die Wochenmärkte. Auch noch heute bieten sie ein einzigartiges Einkaufserlebnis unter freiem Himmel mit einer nirgendwo größeren Auswahl an regionalen landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten. Die Vorteile gegenüber Supermärkten und Discountern sind offensichtlich: Regionalität, Qualität, Vielfalt und Frische! Das bunte Treiben wird bestimmt durch die Marktbeschicker, viele Stammkunden, aber auch Spontan-Einkäufer, sodass der Markt zu einem wichtigen sozialen und kommunikativen Treffpunkt für den Stadtteil wird. Den Wochenmarkt „Harburg Sand“, als ältester Hamburgs, gibt es nun schon seit mehr als 400 Jahren.

Die internationale Bewegung und Gemeinschaft „LYLM Love your local market“ (dt.: Liebe deinen regionalen Markt) wurde 2012 in England ins Leben gerufen und soll den Marktbeschickern und Kunden die Einzigartigkeit und Wichtigkeit der regionalen Wochenmärkte aufzeigen.

Dieses Jahr sind auch der Wochenmarkt „Harburg Sand“ und der Markt in Neugraben unter den 180 Märkten in 35 deutschen Regionen, die mit vielen bunten Aktionen und Events an den Festwochen teilnehmen. Doch nicht nur die deutsche, auch die internationale Beteiligung ist stark gestiegen. So engagieren sich dieses Jahr bereits über 3.000 Märkte in 17 Ländern.

Hierzulande steht die Kampagne unter dem Motto „Erlebe Deinen Markt“. Während die deutschen Feierlichkeiten bereits am 09. Mai 2017, dem Europatag, in Essen begannen, fällt in Harburg der Startschuss für die bunten Aktionen am Mittwoch, den 17. Mai 2017.

Mit dem diesjährigen Thema der Kampagne „Generation Frische“ wird vor allem auch die jüngere Generation angesprochen. Abseits von Discounter und Tiefpreis-Angeboten soll bei den Jugendlichen und jungen Familien ein Bewusstsein für das besondere Einkaufserlebnis auf dem Wochenmarkt geschaffen werden. Der Einkauf ist dabei sowohl aus wirtschaftlicher, sozialer als auch kultureller Sicht bedeutend. Gerade deshalb stehen Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt vieler Aktionen.

Darüber hinaus ist die geplante Kooperation mit der FAO Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen ein Highlight in 2017.

Der weltweite Erfolg der Kampagne ist insbesondere auf das dahinterstehende Konzept zurückzuführen. Im Rahmen des jeweiligen Themas soll ein positives Einkaufserlebnis, bestehend aus persönlichen Begegnungen, Freude, Spaß und Erlebnissen auf dem lokalen Wochenmarkt, vermittelt werden. Die öffentliche Wahrnehmung von Wochenmärkten wird somit gestärkt und den Marktbeschickern neues Selbstbewusstsein verliehen.

Nostalgie am Sand mit historischen Bildern vom Markt

„Harburg in alten Ansichten“

Seit mehreren Jahren stehen Teile des Erdgeschosses der ehemaligen Blumenfläche am Sand bereits leer und die unbenutzten Schaufensterflächen sind sehr in die Jahre gekommen. Nun warten alle auf einen spannenden Neubau. Doch bis es so weit ist, sorgt das BID Sand-Hölertwiete gemeinsam mit den Marktbeschickern und Fördermitteln aus dem RISE-Projekt kurzfristig für einen besseren Anblick, mit dem Ziel, das Ambiente des Marktes bis zum Neubau der Westrandbebauung zu optimieren.

Zur Aufwertung der Fläche und für eine positive Gestaltung wurden die 9 Schaufensterscheiben der nicht genutzten Fläche neben der Videothek mit historischen Bildern des Sandes beklebt.

Durch diese kreative und plakative Intention erfährt das Quartier Sand-Hölertwiete in der Übergangszeit bis zum Neubau eine weitere optische Aufwertung; gleichzeitig wurde ein Schandfleck beiseitigt.

Als Vorlage dienten dabei Postkartenmotive aus der Privat-Sammlung von Stefan Rather www.harburg-an-der-Elbe.de aus der Zeit von 1907 – 1925 und eine Postkarte von Heino Allgeier aus den 80er Jahren.

Harburg blüht auf – das BID auch!

Am Sonntag, den 02. April 2017, wird der Frühling in Harburg begrüßt: Die Flaniermeilen werden mit Blumenständen geschmückt und mit einem fröhlichen Programm bespielt.

Ganz im Motto des Frühlingserwachens soll auch das BID Sand-Hölertwiete aufblühen. So hat Frau Weinstein heute bereits begonnen, das Beet am Sand mit farbenfrohen Blumen zu bepflanzen. Bei Ihrer Arbeit wurde sie tatkräftig durch den Stadtbildpfleger Herrn Ljatif unterstützt.

Informationen zum BID Sand-Hölertwiete:
Der Sand wird schön!

Seit der Auftaktveranstaltung mit Gründung der Lenkungsgruppe des BID Sand-Hölertwiete am 09. November 2016 ist schon viel passiert. Das Hamburger Abendblatt sowie das Elbe Wochenblatt berichteten umfangreich am 13. und 15. Februar 2017 über den aktuellen Stand der Planungen. Auch in den aktuellen BID-News (Nr. 29/2017), herausgegeben von der DIHK, gibt es einen Beitrag zum BID Sand-Hölertwiete.

Am 07. März hat sich die Lenkungsgruppe bereits zum dritten Mal getroffen. Im Rahmen dieser als auch der vergangenen Sitzungen wurde insbesondere der aktuelle Planungsstand mit allen Akteuren, also auch Vertretern des Bezirksamtes sowie den Architekten der Planungsgemeinschaft von arbos und Argus, diskutiert. Hierbei ging es z. B. um die neue Stadtmöblierung, die Beleuchtung und den Bodenbelag. Die quartiersumfassenden Planungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen und erfordern auch weiterhin viel Kommunikation und Abstimmung.

Nichts desto trotz kann voraussichtlich Anfang 2018 mit den Baumaßnahmen begonnen werden.
Doch nicht erst mit Beginn der Baumaßnahmen, sondern bereits jetzt schon wurden konkrete Maßnahmen umgesetzt. Zunächst einmal wurde die Website des BID Sand-Hölertwiete eingerichtet. Unter www.bid-sand.de können Sie sich nun jederzeit über das Projekt und die geplanten Verschönerungsmaßnahmen informieren. Des Weiteren sind seit Mitte Februar Mitarbeiter der Elbe-Werkstätten beauftragt, sich an fünf Tagen der Woche um die Stadtbildpflege zu kümmern. Damit wird bereits jetzt für Sauberkeit und Ordnung im Quartier gesorgt. Auch auf kurzer Sicht sind weitere Maßnahmen geplant. So soll das Ambiente am Sand durch eine temporäre Gestaltung der Fassade am Westrand verbessert werden.

Der „Sand“ soll hübscher werden

Das Wochenmarkt soll schöner werden. Darum wird sich in den nächsten drei Jahren das BID Sand/Hölertwiete kümmern. Grundeigentümer wollen 845.000 Euro investieren – von der Stadt kommen weitere 1,5 Millionen Euro hinzu. BID Sand/Hölertwiete nimmt Arbeit auf

Abgemacht! Mitarbeiter der Elbe-Werkstätten kümmern sich um die Sauberkeit und Ordnung im Bereich Sand/Hölertwiete. Bei der Vertragsunterzeichnung waren dabei: Dr. Mario Schuler (Lenkungsgruppe BID), Melanie-Gitte Lansmann und Bernd Meyer (Citymanagement), Freia Rademacher-Hamann, Gülan Ljatif, Jan Reinholdt (v.l., alle Elbe-Werkstätten). Foto: Citymanagement Harburg

Olaf Zimmermann, Harburg

Szene-Stadtteile wie Eppendorf oder Ottensen beneiden Harburg um eine Attraktion, die sie nicht zu bieten haben: einen Wochenmarkt, der außer sonntags täglich geöffnet hat. Allerdings ist der Harburger Wochenmarkt auf dem Sand arg in die Jahre gekommen.
Wenig Atmosphäre, die umgebende Bebauung versprüht den Charme des vorigen Jahrtausends. Seit Jahren besteht Handlungsbedarf. Politik, Verwaltung und Grundeigentümer haben jetzt reagiert. Seit August 2016 gibt es deswegen das Business Improvement District (BID) Sand/Hölertwiete.
Darin haben sich die Grundeigentümer verpflichtet, in den nächsten drei Jahren 845.000 Euro bereitszustellen, um das Quartier Sand/Hölertwiete attraktiver zu gestalten. Stadt und Bezirk werden weitere 1,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Organisiert wird das BID Sand/Hölertwiete vom Citymanagement Harburg.
Bevor der Sand und die Hölertwiete aber umgestaltet werden können, müssen noch viele Fragen geklärt werden: Wie sollen Bänke, Lampen und Grünanlagen aussehen, wie sollen die Bodenbeläge gestaltet werden, und wo genau sollen künftig die Taxen stehen? Darüber entscheidet die Lenkungsgruppe des BID. Stimmberechtigte Mitglieder sind Mario Schuler (Damian Apotheke am Sand), Andrea Detlefsen (Mimi Kirchner), Henner Schönecke (Marktbeschicker), Niels Kruse (Commerzbank), Kim Liebig (Alpha Immobilien), Franca Löntz-Krug von Nidda (Intercoiffure Franca Löntz), Joachim Lüders, Edward Martens (AVW Immobilien AG), Bernd Meyer (Sparkasse Harburg-Buxtehude) sowie Lasse Schürmann (Block House Harburg).
Was ist geplant? Vorrang haben die Erneuerung des Bodenbelags der Wochenmarktfläche und der Möblierung. Die Anforderungen an den neuen Bodenbelag sind hoch: Funktionell, schön und kostengünstig muss er sein. Ähnliches gilt für Bänke und Beleuchtung.
„Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, sollen hochwertige Serienprodukte statt auffällige Sonderanfertigungen eingesetzt werden. Dekorationen werden in anderer Form installiert. Das Zusammenspiel von schlichtem und expressivem Mobiliar soll gewährleisten, dass der historische Sand nicht verfälscht, aber attraktiver wird“, versprechen die BID-Macher. Erste konkrete Schritte wurden bereits eingeleitet. Ab Mitte Februar kümmern sich Mitarbeiter der Elbe-Werkstätten an fünf Tagen die Woche um die Sauberkeit in diesem Bereich.

Das Business Improvement District (BID) ist eine kanadische Erfindung aus den 80er Jahren. 2005 wurde es auch in Deutschland per Gesetz ermöglicht. Das Ziel: Grundeigentümer sollen mit Politik und Verwaltung sowie mit professioneller Unterstützung ihren Standort aufwerten. Sind zwei Drittel der Grundeigentümer für die Einrichtung eines BID, werden alle gesetzlich verpflichtet, sich an den Kosten der Maßnahmen zu beteiligen.
In der Harburger City gab es bereits die BID Lüneburger Straße I und II.

Harburg

Der Bereich Hölertwiete-Sand im Herzen der Harburger Innenstadt soll schöner werden. Dazu hat die Lenkungsgruppe (LG) des BID Sand-Hölertwiete jetzt erste konkrete Schritte eingeleitet. Vorrang hat demnach die Erneuerung der Pflasterung und der Sitzgelegenheiten. Darauf haben sich die Mitglieder der LG in ihrer zweiten Sitzung geeinigt.

Die Anforderungen an den neuen Platzbelag sind hoch. Funktionell und schön soll er sein. Aber auch kostengünstig. Ähnliches gilt für die Bänke und die Beleuchtung des öffentlichen Raumes. Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, sollen „hochwertige Serienprodukte statt auffällige Sonderanfertigungen eingesetzt werden“, heißt es. Das Zusammenspiel von schlichtem und expressivem Mobiliar soll gewährleisten, dass der Platz für Passanten in Zukunft attraktiver wird, ohne das historisch gewachsene Stadtbild am Sand zu beeinträchtigen.

Um bereits kurzfristig eine sichtbare Aufwertung des Platzes zu erreichen, hat die LG darüber hinaus Mitarbeiter der Elbewerkstätten beauftragt, sich ab sofort um die Stadtbildpflege zu kümmern. Das bedeutet: Von heute an sollen die Mitarbeiter an fünf Tagen pro Woche am Sand unterwegs sein und an Ort und Stelle für mehr Sauberkeit und Ordnung sorgen.

Die meisten Anlieger dürften sich auf die Umbauten freuen, die nun erstmals auf einer Zeichnung zu sehen sind. Viele hatten sich in der Vergangenheit für Sitzmöglichkeiten in dem Bereich ausgesprochen, die direkt von den Marktbetreibern angeboten werden sollten. Aber auch Anwohner, die heute noch gar nicht in Harburg leben, dürften profitieren: Durch seine Lage ist das Quartier zwischen dem Harburger Binnenhafen und der Innenstadt ein wichtiges Bindeglied. Bis Ende des Jahres sollen im Harburger Binnenhafen über 600 Wohnungen entstehen. Das bedeutet: Rund 1500 neue Bewohner werden in das direkte Umfeld des Sandes ziehen.

Der Harburger Wochenmarkt ist seit 400 Jahren von montags bis sonnabends eine Attraktion in der Harburger City. Daneben gibt es zahlreiche inhabergeführte Fachgeschäfte – vor allem an der Hölertwiete und rund um dem Sand. Das Karstadt-Haus gehört nicht zum „Business-Improvement-District Sand-Hölertwiete“ (BID), es ist aber nur wenige Schritte entfernt.

In den kommenden drei Jahren wollen die Grundeigentümer im BID 845.000 Euro aufwenden, um das Terrain attraktiver zu machen. Die Kosten pro Einwohner sind vom Wert der jeweiligen Immobilie abhängig. Die Stadt Hamburg und der Bezirk Harburg steuern zusätzlich 1,5 Millionen Euro aus der Städtebauförderung und Bezirksmitteln bei.

Der Hamburger Senat hatte dem BID im August 2016 zugestimmt, nachdem die ansässigen Grundeigentümer beteiligt worden waren. Sie hatten vor zehn Jahren den Anstoß zur Verschönerung gegeben und den Stein ins Rollen gebracht. Die LG setzt sich aus Eigentümern und Gewerbetreibenden zusammen. Bernd Meyer von der Sparkasse Harburg-Buxtehude koordiniert von Anfang an die Arbeiten. Er ist auch Vorsitzender des Citymanagement Harburg, das die Aufgabenträgerschaft übernimmt. Zum Sprecher der LG wurde Mario Schuler, Inhaber der Damian Apotheke am Sand gewählt. Seine Vertreter sind Andrea Detlefsen (Mimi Kirchner) und Henner Schönecke (Marktbeschicker).

Damit sich die Harburger Bürger jederzeit einen Überblick verschaffen können, was am Sand weiter geschieht, wurde jetzt die Homepage www.bid-sand.de freigeschaltet. Sie gibt einen Überblick über den Ist-Zustand am Sand und an der Hölertwiete und zeigt vorgesehene Verschönerungsmaßnahmen. Die nächste Sitzung der Lenkungsgruppe findet Anfang März statt.

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Der Harburger Sand und die Hölertwiete werden aufgepeppt – Grundeigentümer werden zur Kasse gebeten


Der Sand soll wieder Aushängeschild Harburgs werden. (Foto: mag)

Andreas Göhring, Harburg – Bitte ein BID! Nicht alle Grundeigentümer im Bereich Sand und Hölertwiete schlossen sich der Bitte ihrer Nachbarn an, in dem etwas heruntergekommenen Areal der Harburger Innenstadt ein
Business Improvement District (kurz: BID) einzurichten. Vier Grundeigentümer verweigerten sich. Da die Befürworter aber klar in der Mehrheit waren, konnte der Senat auf Grundlage des „Gesetzes zur Stärkung der Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Gewerbezentren“ das BID einfach anordnen.

Jetzt müssen in den nächsten drei Jahren allein die Grundeigentümer rund 850.000 Euro berappen. Damit kann man sich zwar kein neues zeitgemäßes Innenstadtquartier basteln, in dem die Geschäfte nur so brummen. Man kann das Areal dennoch ordentlich aufpeppen – oder um es in der Sprache der Stadtentwickler auszudrücken: Man kann die Aufenthaltsqualität erhöhen.

Schon vor dem Umbau soll der Sand schöner werden

„Aufgabenträger“ des BID Sand/Hölertwiete ist das City-management, in persona: Gitte Lansmann. Sie hat sich als Geschäftsführerin des Channel Hamburg, als Citymanagerin und als kreative Ideengeberin für die Harburger Innenstadt einen Namen gemacht. Zuvor war sie unter anderem Leiterin der Tourismus-Zentrale in Hannover, ihr Chef damals: der frühere Harburger Bezirksamtsleiter Jobst Fiedler.

Zentrales Projekt wird die Umgestaltung der Wochenmarktfläche sein, sie bekommt ein neues einheitliches Pflaster, neue Stromanschlüsse und einiges mehr. Finanziert wird es nicht nur durch das BID, Geld steht auch aus dem Etat des „Rahmenprogramms Integrierte Stadtteilentwicklung“ (RISE) und aus dem Bezirks-etat zur Verfügung. „Wir wollen aber nicht auf den Beginn des Umbaus warten“, sagt Gitte Lansmann, „Wir wollen schon vorher Dinge umsetzen, die den Bereich positiv verändern.“
Breite Unterstützung erfährt Lansmann nicht nur von den Grundeigentümern rund um den Sand. Hinter ihr steht auch Bezirksamtsleiter Thomas Völsch: „Das ist eine einmalige Chance, diesen Bereich wieder zum Aushängeschild Harburgs zu machen.“ Für tatkräftige Unterstützung sorgt auch Bernd Meyer von der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Er hat sich schon seit 2009 für ein BID Sand/Hölertwiete eingesetzt.

Kurzinfos:
Bei einem „Business Improvement District“ (BID) wird jeder Grundeigentümer eines bestimmten Gebietes drei Jahre lang zur Kasse gebeten. Mit dem so eingenommenen Geld sollen Maßnahmen zur Verbesserung des Umfeldes – hier: des Sandes und der Hölertwiete – finanziert werden. Die Kosten pro Grundeigentümer sind vom Wert der Immobilie abhängig. OZ

Sand-Anlieger wollen ihren Platz mitgestalten

2,35 Millionen Euro sollen am Harburger Markt investiert werden. Bei den meisten Geschäftsleuten ist die Begeisterung (noch) nicht all zu groß

harburg. Die Entscheidung, aus dem Harburger Sand ein Business Improvement District (BID) zu machen, ist seit Dienstag beschlossene Sache: Jetzt steht fest, die 2,35 Millionen Euro werden für Verschönerungsmaßnahmen, Sauberkeit und Möblierung des Marktplatzes verwendet (wir berichteten). Die Summe wird von 33 ansässigen Eigentümern, dem Rahmenprogramm für Integrierte Stadtentwicklung (RISE) sowie von Bezirksversammlung und Bezirksamt getragen.

Die Meinungen der betroffenen Gewerbetreibenden gehen diesbezüglich weit auseinander. „Die Umbaumaßnahmen sind wichtig für den Stadtteil. Aber diese Veränderungen müssen schnell umgesetzt werden, damit die Markstände und die umliegenden Geschäfte nicht unter diesem Umbruch leiden“. sagt Heino Allgeier, Betreiber von Heino’s Schinkenkate. Die Verkaufsstände werden während der Erneuerungsarbeiten am Marktplatz vor das Rathaus verlegt.

Dieser Meinung schließt sich Petra Niebling, Betreiberin eines Blumenstandes an: „Unsere Kunden kommen wahrscheinlich erst wieder, wenn die Umbauarbeiten abgeschlossen sind und wir wieder zurück am Sand sind“.

Dies fürchtet auch Charlotte Reicher, vom Käsespezialist Oertzen: „Uns wurde schon vor fünf Jahren eine Erneuerung des Bodens versprochen. Wir erwarten, dass dieses Versprechen nun zeitnah eingelöst wird. Speziell würde ich mir für den Marktplatz eine Renovierung der sanitären Anlagen wünschen.“ Die Gewerbetreibenden sind sich einig, dass besonders die elektrischen Leitungen nicht mehr offen am Boden verlaufen sollten.

Auch auf die umliegenden Geschäfte und Restaurants hat das Projekt Einfluss. Oliver Klühn, Betreiber des Restaurants Bolero, steht dem Vorhaben kritisch gegenüber: „Ich hoffe, dass das Projekt nicht nur eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist und das Geld ausschließlich für benötigtes Personal verwendet wird.“ Dieser Befürchtung steuert Melanie-Gitte Lansmann vom zuständigen Citymanagement Harburg entgegen. Geplant seien umfassende Arbeiten, beispielsweise eine einheitliche Gestaltung der Bodenbeläge sowie eine ansprechende Möblierung des Marktes.

Außerdem komme ein Teil der Förderung der Reinigung des Standortes zugute. Darunter falle nicht nur der Sand, sondern auch die angrenzende Ladenzeile Hölertwiete. Seit 2003 ist der Familienbetrieb Piccolino hier zu finden. „Auf diese Stadtseite kommen immer weniger Kunden und eine Investition in den Sand kommt auch uns zugute.

Die Hölertwiete sollte mehr Weihnachtsdeko bekommen
Ich wünsche mir neben der Ausbesserung der Straße, dass wir auch bei der Weihnachtsdekoration nicht vernachlässigt werden“, sagt Eisverkäufer Basri Akyol. Ähnliche Wünsche äußern Georg und Katrin Schmitt, Betreiber der Buchhandlung am Sand, die direkt an den Marktplatz angrenzt: „Wir sind gespannt! Vor allem freuen wir uns auf mehr Grünflächen in der Umgebung“.

Auch Anja Winter von Hörakustik – Hörbar, freue sich über die regionale Aufmerksamkeit, die der Marktplatz durch das Projekt bekommt. Eine komplette Umgestaltung finde sie jedoch nicht notwendig. „Im Vergleich waren die Maßnahmen in der Lüneburger Straße sinnvoller“. Dort wurde vor einigen Jahren das erste BID in Harburg beschlossen und umgesetzt. Heide Wonka, Kundin von Toor Mode, stellt die Situation noch drastischer dar: „Ich halte das Projekt für totale Geldverschwendung. Die finanziellen Mittel sollten stattdessen in die Ausbesserung der Straßen, wie beispielsweise am Harburger Ring und die Fußwege fließen.“

Maria Costa, Inhaberin des Cafés Ria de Aveiro ist der Meinung, dass die Stammkunden unabhängig davon ihren Weg zu den Geschäften finden: „Es sind immer dieselben Personen, die Woche für Woche Gast in meinem Café sind.“

Die meisten Anlieger freuen sich auf Umbauten
Die Mehrheit der Betroffenen befürwortet allerdings die geplanten Maßnahmen. Viele von ihnen sprechen sich für Sitzmöglichkeiten aus, die direkt von den Marktbetreibern angeboten werden sollten. „Über einen Kaffestand wie wir ihn von früher kennen, würden wir uns freuen“, so das Ehepaar Hofman. Außerdem wünschen sie sich einen offenen Dialog zwischen den Verantwortlichen und den Bürgern. Dieser Meinung schließt sich auch Klühn an: „Es muss eine direkte Kommunikation zwischen dem Bezirk und den Betreibern geben!“ Abzuwarten bleibt, wie die konkrete Umsetzung im Rahmen des BID aussieht. „Es ist immer gut, wenn Harburg unterstützt wird. Vor allem, wenn das Geld der Verschönerung der Umgebung zugute kommt“, sagt Ursula Krautz, Mitarbeiterin des Weltladens.

Weiteres Geld für Harburg und das Passagenviertel


Im Bereich Große Bleichen wollen die Grundeigentümer rund 3,5 Millionen Euro investieren.

Hamburg bekommt nach einem Senatsbeschluss zwei neue BIDs (Business Improvement Districts), wie NDR 90,3 am Dienstag berichtete. Auf der Marktfläche Am Sand in Harburg und im Passagenviertel in der Innenstadt wollen die Eigentümer insgesamt fast 4,5 Millionen Euro in die Verbesserung der Umgebung ihrer Geschäfte investieren.

50 Millionen Euro sind schon in BIDs investiert

Damit hat Hamburg jetzt 25 BIDs. Alle sogenannten Innovationsbereiche zusammen haben bisher rund 50 Millionen Euro investiert, sagte der Staatsrat der Stadtentwicklungsbehörde Matthias Kock: „Insgesamt wurden über 100 Bäume neu gepflanzt, etwas mehr als 1.000 Fahrradbügel und 100 Bänke neu aufgestellt sowie einige Arbeitsplätze neu geschaffen, etwa im Service oder Reinigung.“ Kock freut sich, dass sich jetzt auch die Einzelhändler aus Harburg beteiligen.

Harburgs historischer Markt wird weiter verschönert


Bessere Beleuchtung und mehr Grün: Der Markt in Harburg soll schöner werden.

Am Harburger Sand findet schon seit 400 Jahren ein Wochenmarkt statt. Der historische Marktplatz liegt zentral an der S-Bahn-Station Harburg Rathaus und wird bereits mit Mitteln der Integrierten Stadtteilförderung und des Bezirkes umgestaltet, für insgesamt 1,5 Millionen Euro. Jetzt wollen die Geschäftsleute selbst rund 850.000 Euro investieren und innerhalb von drei Jahren zum Beispiel für eine bessere Beleuchtung und eine stärkere Begrünung des Platzes sorgen. Davon profitieren sollen alle Harburger, aber vor allem die künftig 1.500 Bewohner der Schlossinsel. Harburgs Innenstadt leidet seit Jahren unter der Konkurrenz des großen Einkaufszentrums Phoenix-Center.

Passagenviertel führt Investitionen fort
In der Hamburger Innenstadt wird der BID rund um die Großen Bleichen im Passagenviertel weitergeführt. Der dort bisher geltende Innovationsbereich hatte am 6. August geendet. Bis dahin waren für rund fünf Millionen Euro unter anderem öffentliche Flächen umgestaltet, eine neue Weihnachtsbeleuchtung installiert und zusätzliche Reinigungsmaßnahmen durchgeführt worden. Das Gebiet zählt zu den finanzkräftigen Toplagen in Hamburg. Die Grundeigentümer wollen hier innerhalb von fünf Jahren rund 3,5 Millionen Euro aufbringen. Mit dem Geld sollen die Service- und Reinigungsarbeiten fortgeführt, der Betrieb der Weihnachtsbeleuchtung gewährleistet und weitere Marketingmaßnahmen durchgeführt werden. Außerdem ist ein Austausch der Straßenbeleuchtung geplant.

BIDs gibt es überall in Hamburg
BIDs sind klar begrenzte Geschäftsgebiete, in denen auf Veranlassung der Betroffenen in einem festgelegten Zeitraum in Eigenorganisation Maßnahmen zur Quartiersaufwertung durchgeführt werden. Finanziert werden BIDs durch eine kommunale Abgabe, die alle im Gebiet ansässigen Grundeigentümer zu leisten haben. Zu den 25 bestehenden BIDs gehören unter anderem das Nikolai-Quartier sowie die Bereiche Neuer Wall, Hohe Bleichen, Gänsemarkt und Opernboulevard. Aber auch in vielen Bezirks- und Stadtteilzentren gibt es BIDs.

Schönheitskur

2,35 Millionen für Harburgs Marktplatz Sand

Von Oliver Schirg

„Ein Leuchtturmprojekt“ – Platz und Hölertwiete werden zum „Business Improvement District“. Geschäftsleute bringen 850.000 Euro auf

Harburg. Bastian Küsel

Der Senat hat die Einrichtung eines Business Improvement Districts (BID) Sand/Hölertwiete in Harburg beschlossen. Ziel sei es, die Umgestaltung des historischen Marktplatzes zu unterstützen. Das wurde am Dienstag mitgeteilt.

Die 33 betroffenen Grundstückseigentümer stellen für die kommenden drei Jahr rund 850.000 Euro für die Arbeiten zur Verfügung. Hinzu kommen nach Angaben von Bezirksamtsleiter Thomas Völsch rund 500.000 Euro aus dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) und etwa eine Million Euro, die von Bezirksversammlung und Bezirksamt beschlossen wurden.

„Alles in allem werden deutlich mehr als zwei Millionen Euro für die Umgestaltung ausgegeben“, sagt Völsch. Das BID-Geld der Grundstückseigentümer und Einzelhändler stehe unter anderem für Verschönerungsmaßnahmen, Sauberkeit sowie Möblierung zur Verfügung.

Mit öffentlichen Investitionen solle das Quartier um den mehr als 400 Jahre alten Markt wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden, heißt es in einer Mitteilung des Hamburger Senats. „Hier werden die städtische Marktfläche und die umliegenden Straßenflächen am Sand umgebaut.“ Dabei erhalte nicht nur der Markt eine moderne Infrastruktur, sondern es entstünden zudem „großzügige Aufenthaltsbereiche im Umfeld“.

BIDs seien zu einer „Erfolgsgeschichte für Hamburg geworden“, sagte Stadtentwicklungsstaatsrat Matthias Kock. Grundeigentümer müssen dabei eine kommunale Abgabe leisten. Mit dem Geld werden Maßnahmen zur Quartiersaufwertung durchgeführt. In Hamburg gibt es inzwischen 25 BIDs.

Das neue BID in Harburg werde eine Laufzeit von drei Jahren haben, sagte Völsch. Die Aufgabenträgerschaft übernehme das Citymanagement Harburg e.V.. Der Verein wurde bereits 1998 gegründet. Ziel seiner Arbeit ist es, die Harburger Innenstadt zu einem attraktiven Zentrum in der Region zu machen und die Interessen der Harburger Wirtschaft zu vertreten.

Nach den Worten von Völsch hat der Sand eine „wichtige Scharnierfunktion“ bei der Entwicklung Harburgs. Vor allem durch die Bebauung des Harburger Binnenhafens mit rund 500 Wohnungen, in denen bis zu 1500 Menschen leben werden, steige seine Bedeutung. „Alle, die in die Harburger Innenstadt wollen, müssen über den Sand“, sagte Völsch.

Der Bezirksamtsleiter machte zudem deutlich, dass er sich von dem neuen BID auch eine Belebung von Harburgs Innenstadt erhoffe. Zugleich würdigte der SPD-Politiker das Engagement der Grundeigentümer und Geschäftsinhaber: „Sie wissen am besten, was ihrem Viertel gut tut.“

Dies sieht auch Melanie-Gitte Lansmann, Harburgs Citymanagerin, so und ergänzt: „Wir freuen uns, nun endlich die Arbeit aufzunehmen. Die ersten Ideen haben wir bereits im Jahr 2009 gesammelt und seitdem haben wir das spannende Projekt begleitet. Wir sind bereit, nun endlich in die konkrete Umsetzung einsteigen zu können.“

Auch Bernd Meyer, der sich bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude um die Investoren gewerblicher Immobilien kümmert und gleichzeitig Vorsitzender der BID-Lenkungsgruppe ist, zeigt sich erfreut: „Ich halte das BID Sand/Hölertwiete für das erste Projekt in der Harburger Innenstadt, das auch längerfristig mit Nachhaltigkeit überzeugen kann. Nicht zuletzt durch den hohen finanziellen Aufwand der Eigentümer“, erläutert Meyer und erinnert an die Anfänge: „Bereits 2011 gab es das erste Treffen der Lenkungsgruppe, an dem die Eigentümer, Frau Lansmann und ich teilgenommen haben. Damals haben wir Vorschläge gesammelt, was wir an diesem Standort positiv verändern könnten und uns dazu notwendige Maßnahmen überlegt. Nun haben wir offiziell die Möglichkeit, diese Maßnahmen auch umzusetzen.“

Von diesen Veränderungen verspricht sich auch Dr. Mario Schuler, Betreiber der Damian Apotheke, viel: „Ich erhoffe mir und erwarte eine deutliche Aufwertung dieses Standortes. Davon werden alle ansässigen Geschäfte profitieren.“.

Das mit Hartnäckigkeit verfolgte Projekt habe zu einem sehr guten Ergebnis geführt, sagt Bernd Meyer. „Ich sehe in dem BID ein Leuchtturmprojekt, das für viele Standorte in Zusammenarbeit mit dem Bezirk als Vorbild dienen kann.“

Business Improvement Districts 25. BID in Hamburg beschlossen

Business Improvement Districts (BID) Passagenviertel II und Sand / Hölertwiete stärken den Einzelhandel in der Innenstadt und Harburg

Heute hat der Senat die Einrichtung der Business Improvement Districts (BID) Passagenviertel II in der Innenstadt und Sand / Hölertwiete in Harburg beschlossen. In Harburg wird der historische Marktplatz, dessen Umgestaltung bereits mit Mitteln der Integrierten Stadtteilförderung und des Bezirks finanziert wird, weiter unterstützt. In der Innenstadt wird das erfolgreiche BID rund um die Große Bleichen weitergeführt. Damit sind in Hamburg seit in Krafttreten des BID-Gesetzes im Jahr 2005 25 Innovationsbereiche entstanden.


Alte Post, BID Passagenviertel II

25. BID in Hamburg beschlossen
Matthias Kock, Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen: „BIDs sind zu einer Erfolgsgeschichte für Hamburg geworden. Und heute sehen wir, dass dieses Modell nicht nur für die finanzkräftigen Top-Lagen geeignet ist, sondern auch das Engagement der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer in nicht weniger wichtigen Zentren außerhalb der Innenstadt bündeln kann. So können auch hier sichtbare Verbesserungen erreicht werden“.

Thomas Völsch, Leiter des Bezirksamtes Harburg: „In Zusammenhang mit der Förderung durch das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung bietet sich mit dem BID die Chance, den Prozess einer nachhaltigen Aufwertung des Quartiers Sand/Hölertwiete als Teil des Harburger Zentrums weiter voranzutreiben, damit dieses wieder als Aushängeschild Harburgs und als attraktives Ziel zum Einkaufen und Verweilen wahrgenommen wird.“

In der westlichen Hamburger Innenstadt reihen sich bereits sechs Straßenzüge aneinander, in denen das Instrument der BID von der Grundeigentümerschaft zur Weiterentwicklung der Quartiere gewählt wurde (Nikolai-Quartier, Passagenviertel, Neuer Wall, Hohe Bleichen, Gänsemarkt, Opernboulevard). Und auch in vielen Bezirks- und Stadtteilzentren sind BIDs an der Tagesordnung.

Dazu zählt seit heute nun auch das BID Sand / Hölertwiete in Harburg, mit dem das Quartier um den nun schon über 400 Jahre alten Markt wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden soll. Hier werden  die städtische Marktfläche und die umliegenden Straßenflächen am Sand umgebaut. Dabei erhält nicht nur der Markt eine moderne Infrastruktur, sondern es entstehen auch großzügige Aufenthaltsbereiche im Umfeld. Finanziert wird der Umbau des Sands mit rund 500.000 Euro aus dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE Fördergebiet „Harburger Innenstadt / Eißendorf Ost) und mit etwa 1 Mio. Euro durch die Bezirksversammlung und das Bezirksamt Harburg. Das jetzt eingerichtete BID wird innerhalb der Laufzeit von drei Jahren weitere ergänzende Maßnahmen, u.a. eine neue, qualitätsvolle Möblierung, eine neue Beleuchtung und Begrünung sowie Marketing finanzieren. Außerdem wird der öffentliche Raum begrünt und gepflegt. Dafür ist ein Budget von rund 850.000 Euro vorgesehen, das von den ansässigen Grundeigentümern aufgebracht wird. Die Aufgabenträgerschaft für den Innovationsbereich übernimmt das Citymanagement Harburg e.V. Der Verein wurde bereits 1998 gegründet, um die Harburger Innenstadt wieder zu einem attraktiven Zentrum in der Region zu machen und die Interessen der Harburger Wirtschaft zu vertreten.

Der zweite neue Innovationsbereich ist das BID Passagenviertel II, das den am 6. August beendeten Innovationsbereich Passagenviertel fortführt. Aufgabenträger ist die Zum Felde BID Projektgesellschaft mbH. Im ersten BID wurden mit einem Budget von rund 5 Mio. Euro unter anderem die öffentlichen Flächen neu gestaltet und eine neue Weihnachtsbeleuchtung installiert, ein Marketingkonzept erarbeitet sowie ein Ladezonen- und Stellplatzmanagement eingesetzt und zusätzliche Reinigungsmaßnahmen durchgeführt. Mit dem BID Passagenviertel II werden die Service- und Reinigungsmaßnahmen, der Betrieb und die Weiterentwicklung der Weihnachtsbeleuchtung sowie die Marketingmaßnahmen fortgeführt. Auch der Austausch der Straßenbeleuchtung ist geplant. Hierzu stehen für eine Laufzeit von fünf Jahren rund 3,5 Mio. Euro zur Verfügung, die von der Grundeigentümerschaft aufgebracht werden.

BIDs sind klar begrenzte Geschäftsgebiete (Business Districts), in denen auf Veranlassung der Betroffenen in einem festgelegten Zeitraum (maximal fünf Jahre) in Eigenorganisation Maßnahmen zur Quartiersaufwertung (Improvement) durchgeführt werden. Finanziert werden BIDs durch eine kommunale Abgabe, die alle im Gebiet ansässigen Grundeigentümer zu leisten haben.

Auf den Weg gebracht

BID SAND HÖLERTWIETE nimmt Gestalt an

Hölertwiete und Sand werden flott gemacht

Grundstückseigentümer stimmen Einrichtung eines sogenannten „BID“ zu

Harburg. Das „BID Sand“ kommt: Im Auftrag vieler Geschäftseigentümer rund um den Marktplatz „Sand“ hat das Citymanagement Harburg e.V. einen Antrag für ein Business Improvement District (BID) Sand/Hölertwiete gestellt. Mit dem Ablauf der Auslegefrist des Antrages sind die Voraussetzungen für die Gründung eines zweiten BID in der Harburger Innenstadt nun gegeben. Nur in zwei Fällen erfolgte eine Ablehnung.

Dies entspricht bei insgesamt 33 beteiligten Grundstücken einem Satz von circa sechs Prozent. Der Antrag wird nun über die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) mit der Bitte um Erlass einer entsprechenden Verordnung dem Senat zugeleitet.

Bezirksamtsleiter Thomas Völsch sagt: „Die nahezu vollständige Unterstützung des BID durch die Grundstückseigentümer spiegelt das Vertrauen in die Arbeit des Bezirksamtes Harburg wider. In Zusammenhang mit der kürzlich beschlossenen Förderung durch das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) bietet sich damit die Chance, den Prozess einer nachhaltigen Aufwertung des Quartiers Sand/Hölertwiete als Teil des Harburger Zentrums weiter voranzutreiben, damit dieses wieder als Aushängeschild Harburgs und als attraktives Ziel zum Einkaufen und Verweilen wahrgenommen wird.“

Bernd Meyer, Vorsitzender des Citymanagements Harburg e.V. ergänzt: „Wir freuen uns, dass die jahrelange Vorbereitung für ein BID Sand/Hölertwiete, dank der guten Zusammenarbeit mit dem Bezirk und den Vertretern der Grundeigentümer, nun in die Umsetzung gehen kann.“

(tsu)

BID Sand/Hölertwiete Grundeigentümer bringen BID für den Bereich Sand/Hölertwiete auf den Weg

Öffentliche Auslegung der Antragsunterlagen zur Einrichtung eines Innovationsbereichs erfolgte vom 23. Februar bis 22. März 2016.


Rathaus Harburg

Ende Dezember 2015 hat der Citymanagement Harburg e.V. im Auftrag vieler Eigentümer einen Antrag für ein Business Improvement District (BID) Sand/Hölertwiete gestellt. Mit dem Ablauf der Auslegefrist des Antrages sind die Voraussetzungen für die Gründung eines zweiten BID in der Harburger Innenstadt gegeben. Nur in zwei Fällen erfolgte eine Ablehnung. Dies entspricht bei insg. 33 Grundstücken einem Satz von circa sechs Prozent. Der Antrag wird nun über die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) dem Senat mit der Bitte um Erlass einer entsprechenden Verordnung zugeleitet.

Thomas Völsch, Bezirksamtsleiter Harburg:
„Die nahezu vollständige Unterstützung des BID durch die Grundstückeigentümer spiegelt das Vertrauen in die Arbeit des Bezirksamtes Harburg wider. In Zusammenhang mit der kürzlich beschlossenen Förderung durch das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) bietet sich damit die Chance, den Prozess einer nachhaltigen Aufwertung des Quartiers Sand/Hölertwiete als Teil des Harburger Zentrums weiter voranzutreiben, damit dieses wieder als Aushängeschild Harburgs und als attraktives Ziel zum Einkaufen und Verweilen wahrgenommen wird.“

Bernd Meyer, Vorsitzender des Citymanagements Harburg e.V.:
„Wir freuen uns sehr, dass die jahrelange Vorbereitung für ein BID Sand/Hölertwiete, dank der guten Zusammenarbeit mit dem Bezirk und den Vertretern der Grundeigentümer, nun in die Umsetzung gehen kann.“